Longierkurs mit Ute Lockert

02.-04.November 2018



Richtig Longieren soll gelernt sein. Von einer sinnvollen Ausrüstung, über die feinfühlige Longenführung bis zum zielführenden Peitschen Einsatz.

 

Ute Lockart eine versierte Frau die jahrelang ein Voltigierteam betreut hat, und auch Fachliteratur für die deutsche reiterliche Vereinigung geschrieben hat. Sie zeigt die richtige Anwendung der Ausrüstung, damit das Pferd lernt sich in einer guten Haltung zu Bewegen.

 

Longieren ist eine sinnvolle Basisausbildung des Pferdes. Es dient zur Vertrauensbildung im Umgang mit dem Pferd. Ausbalancieren und Stärkung der Rückenmuskulatur sind weitere positive Effekte im Zusammenhang mit der Ausbildung des Pferdes.

 

Neben dem Longieren mit der einfachen Longe können geübte Longenführer auch mit der Doppellonge Erfahrungen sammeln.

Zum Longieren das Pferd ausbinden

Ausbinden an der Longe – das machen die meisten. Aber wie, ist die große Frage, denn es gibt dafür über ein Dutzend Möglichkeiten. Um das Pferd an der Longe zu gymnastizieren, setzen die meisten jedoch auf die Ausbinder. Auf dem Markt kann man die verschiedensten Modelle – vom Gogue über das Chambon bis zum Tokero-Zügel – erwerben. Jedes hat seine Vor- und Nachteile.

Manche unterstützen das Pferd dabei, den Hals fallen zu lassen, andere zwängen es in eine Haltung oder drücken auf das Genick. Grundsätzlich gilt: Jeder Ausbinder ist nur so gut, wie damit longiert wird. Von alleine entfalten sie nicht ihre volle Wirkung.

Die Hilfszügel richtig verschnallen

Für jeden Ausbinder gilt, dass er so verschnallt sein muss, dass die Stirn-Nasenlinie des Pferdes vor der Senkrechten ist. Bei einem jungen Pferd kann er auch etwas länger verschnallt werden, damit es sich besser ausbalancieren kann. Um die Länge des Ausbinders zu kontrollieren, rät Wolfgang Egbers dazu, sich vor das Pferd zu stellen. „Wenn Nüsternrand und Buggelenk auf einer Höhe sind, ist das Pferd nicht zu tief eingestellt und auch nicht überstellt“, erklärt er.

Wichtig ist auch, dass man nicht benötigte Zügel „eindreht“, um sie zu verkürzen, so dass sie am Pferdehals leicht anliegen und mit dem Kehlriemen fixiert. Dieser Aspekt ist sicherheitsrelevant, da das Pferd in einen lang herunterhängenden Zügel hineintreten kann.

Longieren mit Ausbinder und Zügel

Manchmal werden Pferde beim Longieren auch direkt mit dem Zügel ausgebunden, anstatt einen Hilfszügel zu verwenden. Sie werden dazu an der linken und rechten Seite am Ring des Longiergurtes verknotet. Diese Variante ist unter Ausbildern umstritten. Ein Kritikpunkt der dabei angeführt wird ist, dass es schwierig sei, das Pferd gleichmäßig lang auf beiden Seiten auszubinden. Egbers ist da anderer Meinung: „Alles, was der Ausbinder kann, kann der Zügel auch.“ Natürlich gilt hierbei auch wieder, dass nicht zu kurz ausgebunden werden soll und die Höhenlinie Nüsternrand-Buggelenk mit der Stirn-Nasenlinie vor der Senkrechten als Richtmaß.

Bei jungen Pferden, die gerade angeritten werden, greift Wolfgang Egbers zu einem Gummi-Ausbinder, „damit das Pferd Spiel hat“. Durch diesen variablen Ausbinder hat das Pferd mehr Bewegungsfreiheit, lernt so an das Gebiss heranzutreten und sich abzustoßen. Wenn das Pferd erschrickt oder sich aus der Anlehnung heraushebt, gibt der Ausbinder nach, so dass es keine schlechten Erfahrungen macht.

Longieren mit Dreieckszügel

Beim Dreieckszügel wird ein Ende am Bauchgurt befestigt. Ein Lederriemen führt dann zwischen den Vorderbeinen des Pferdes durch und gabelt sich über einen Ring in zwei separate Lederriemen. Diese laufen dann rechts und links durch die Trensenringe und werden am Longiergurt eingeschnallt. Wenn man die Dreieckszügel richtig anlegen will, sollte man dabei beachten, dass sie seitlich und waagerecht auf etwa Buggelenkshöhe verschnallt werden.

Da die Dreieckszügel das Pferd seitlich begrenzen, ermöglichen sie die Vorwärts-Abwärts-Bewegung und das Herantreten an das Gebiss. „Dieser Ausbinder kommt bei uns zum Einsatz, wenn die Pferde sich schwer tun, über den Rücken zu gehen oder für leichte Arbeit“, erklärt Egbers.

Der Laufferzügel im Einsatz

Der Laufferzügel besteht aus zwei einzelne Lederriemen, die als seitliches Dreieck (Gurt–Gebiss–Gurt) verschnallt werden. Je höher das obere Ende befestigt ist, d.h. je größer der Winkel des Dreiecks ist, umso mehr kann man das Pferd in die Aufrichtung bringen. Die Vorteile: Der Laufferzügel bietet eine gute seitliche Begrenzung und ist durch die verschiedenen Verschnallmöglichkeiten variabel einsetzbar.

Das Longieren mit Kappzaum

„Ein Kappzaum ist ein Multitalent“, betont Jan Biß. „Man kann zum Beispiel Longe und Ausbinder im Kappzaum verschnallen. So bleibt das Pferdemaul völlig unangetastet. Also geeignet für junge Pferde oder für Pferde, die empfindlich im Maul sind, die Angst vor der Reiterhand oder dem Ausbinder haben. Ich kann die Longe auch am Kappzaum und die Ausbinder in den Trensenringen verschnallen oder umgekehrt. Je nachdem ob ich dem Pferd durch die Ausbinder eine konstante Anlehnung geben, mit der Longe aber nicht auf das Maul einwirken möchte oder ob ich lieber nur mit der Longe den direkten Draht zum Pferd habe und die Ausbinder über den Nasenriemen einen Rahmen vorgeben.“

Voraussetzung ist dabei aber immer: Der Kappzaum passt! Durch einen Metallbügel im weich gepolsterten Nasenriemen sitzt er stabil am Pferdekopf und rutscht außen auch nicht ins Auge, wenn richtig und fest verschnallt ist.