Brennnesselblätter

Beschreibung

 

Wissenschaftlicher Name: Urtica, Folia Urticae concis

Die Brennnessel (lat.: Urtica) gehört zur Familie der Brennnesselgewächse  (Urticaceae). 

Fast jedem Kind ist dieses Gewächs als zuweilen Schmerz bringendes „Unkraut“ ein Begriff, kommen Brennnesseln doch fast weltweit vor und machen ihrem Namen alle Ehre. In Deutschland ist die Brennnessel nahezu überall anzutreffen, kaum ein Lebensraum wurde hier noch nicht von ihr erobert.

Brennnesseln haben, bei starkem Wuchs und regelrechten Brennnesselfeldern, auch eine sogenannte Zeigerfunktion. So ist bei starkem Wuchs dieser Pflanze von einem stickstoffreichen Untergrund auszugehen.

Bereits die Absicht ein Brennnesselfeld in Wäldern oder Gärten zu durchqueren verursacht bei den meisten Menschen eine gewisse Unbehaglichkeit.

Doch man tut der Brennnessel unrecht: Die feinen Brennhärchen, die überwiegend auf der Blattoberseite der Pflanze zu finden sind, verursachen zwar schmerzhafte Verbrennungen, die auch die Bildung von riesigen, juckenden Quaddeln auf der Haut zur Folge haben können, jedoch hat dieses Kraut seinen recht wirksamen Verteidigungsmechanismus nur aufgrund seiner überaus wohlschmeckenden Substanz und der daher vielfältig vorhandenen, zahlreichen Fressfeinde.

Brennnesselkraut ist bei Mensch und Tier aufgrund seines Geschmacks und seiner Inhaltsstoffe äußerst beliebt, das getrocknete Kraut wird beispielsweise gerne zum Aufguss von Tee verwendet. Frisch gemähte Wiesengräser mit Brennnesselanteilen werden Pferden und Rindern auch gerne als Frischfutter gegeben.

Die in der Pflanze enthaltenen Inhaltsstoffe, vor Allem diverse Säuren wie die allseits bekannte Kieselsäure oder die Ameisensäure, können zur Unterstützung des allgemeinen Wohlbefindens Ihres Pferdes beitragen.

Somit können Sie durch die Zufütterung des Krauts eine Stärkung der körperlichen Verfassung Ihres Tieres erreichen.

 

Fütterungshinweis

 

Großpferde (600 kg LG) 30 g - 50 g / Tag. Ponys und Kleinpferde entsprechend anpassen.

Hinweis: Bitte beachten Sie die Anti-Doping- und Medikamentenkontroll-Regeln der Deutschen Reiterlichen Vereinigung (FN) für den Pferdesport.

 

Spätestens wenn man im Sommer das Pferd von der Koppel holen möchte und eine kurze Hose trägt, kann man eine spürbare Erfahrung mit der Brennnessel machen. Kurz an die Blätter gekommen überkommt einem sofort dieses unangenehme Brennen und die Haut wird rot. Kleine weiße Bläschen bilden sich an den Stellen, wo sich die sogenannten Brennhaare, gefüllt mit Kiesel- und Ameisensäure, in die Haut bohren. Pferde wissen instinktiv, dass frische Brennnessel nicht auf ihren Speiseplan gehören und vermeiden sie ebenfalls (wobei es auch Pferde gibt, die selbst das frische Kraut nicht verschmähen). Im getrockneten bzw. welken Zustand nutzen sie diese gerne als gesunde und gut schmeckende Futterergänzung, da die Brennhaare auf den Stielen und Blättern Tier und Mensch dann nichts mehr anhaben können.

Auch wenn einem meist nur diese negativen Eigenschaften der Brennnessel in Erinnerung bleiben, hat sie durchaus positive Eigenschaften. In Mitteleuropa gibt es zwei bekannte Arten. Zum einen die große Brennnessel (Urtica dioica) und zum anderen die Kleine (Urtica urens). Die Große erreicht eine Höhe von bis zu 1,50m und die Kleine eine Höhe von 15 bis 45cm.

Bereits im 1. Jahrhundert nach Christus wurde die Wirksamkeit von dem griechischen Arzt Dioskurides entdeckt. Die Brennnessel war in Kriegszeiten für die Bevölkerung als Nahrungsmittel wichtig und sorgte gerade bei der armen Bevölkerungsschicht für das Überleben. Da die Brennnessel an ihren Standort keine großen Ansprüche hat, war und ist sie fast überall zu finden. Sie wächst an Wegrändern, Mauern, Hecken und in Wäldern. Besonders wohl fühlt sie sich auf stickstoffhaltigen Böden. Dadurch kann sie als Stickstoffanzeiger fungieren. Besonders wichtig ist sie zudem für Schmetterlinge, da sie für diese Insekten eine hervorragende Futterpflanze ist. Die große zweihäusige Brennnessel ist mit dem Hanf verwandt und wurde bis ca. 1720 als heimische Faserpflanze angebaut. Die spinnbaren Fasern eignen sich besonders zur Herstellung von Nesseltuch. Dieses raue Tuch eignet sich für Berufsbekleidung, Betttücher und Zeltbahnstoff.

Inhaltstoffe der Brennnessel

Erstaunlicherweise versorgt die Brennnessel den Organismus mit 7mal so viel Vitamin C wie Orangen und hat etwa die Hälfte an Beta-Carotin wie Karotten. Ihr Eiweißgehalt kann bis zu 9% betragen.

Zu den Inhaltstoffen der Brennnessel gehören:

  • Hoher Chlorophyll- und Eisengehalt
  • Magnesium
  • Kalium
  • Calcium
  • Natrium
  • Kieselsäure
  • Vitamin C
  • Histamin
  • Ameisensäure
  • Gerbstoffe

Wirkungsweise

Im Humanbereich wird die Brennnessel oft mit Entgiftung und Entschlackung in Verbindung gebracht.

Durch ihren hohen Anteil an Vitamin C und ihren Eisengehalt wirkt sich die Brennnessel unterstützend auf die Bildung der roten Blutkörperchen aus. So wird sie als Heilkraut besonders interessant bei einer alternativen Behandlung von Anämie. Es werden neue Blutzellen gebildet und somit dem Blutzellenabbau entgegengewirkt.

Eine weitere positive Eigenschaft ist die reinigende Wirkung. Durch das Vitamin E und die Enzyme werden vor allem der Verdauungsstrakt (Magen und Darm), aber auch die Leber und die Bauchspeicheldrüse angeregt. Durch die positive Reaktion auf die Bauchspeicheldrüse wirkt sich die Brennnessel auch indirekt auf einen ausgeglichenen Blutzuckerspiegel aus.

Die Brennnessel wirkt entzündungshemmend ist dadurch bei Arthrose, Arthritis und bei entzündlichen Darmerkrankungen eine gute Unterstützung. Hier kommen vor allem die entzündungshemmenden und schmerzlindernden Vorteile zum Einsatz. Zytokine, welche als Botenstoffe die Entzündung und den Abbau des Knorpels im Gelenk verursachen, wird durch deren Inhaltstoffe entgegengewirkt.

Weiterhin wird vor allem dem Brennnesseltee nachgesagt, dass er gerade bei Allergien und Ekzemen eine lindernde Wirkung hat. Durch die enthaltene Kieselsäure werden das Fell und die Haut des Pferdes positiv unterstützt. Die Brennnessel hilft bei Entzündungen der Haut und unterstützt das Abheilen von Ekzemen. Während einer Kur werden Fell, Mähne und Schweif glänzender und sehen gesünder aus.

Durch den hohen Kaliumgehalt verdünnt sich der Urin und wird basisch. Die Harnausscheidung wird gesteigert und Bakterien bleiben so nicht lange im Körper, sondern werden schnell wieder ausgespült. Aus diesem Grund ist es wichtig, dem Pferd immer genug Trinkwasser zur Verfügung zu stellen. Durch ihre entwässernde und antibakterielle Wirkung hilft sie auch Pferden, die nach langen Stehtagen oder bei Wetterschwankungen zu leichten Ödemen neigen. Wenn ein Pferd ein Nierenproblem hat, sind die Symptome häufig unklar:

  • angelaufene Beine
  • erhöhte Wasseraufnahme
  • geringe Harnmenge oder sehr langsames Absetzen von Harn

Auch bei Pferden mit einem schwachen Immunsystem kann die Brennnessel gut eingesetzt werden, da sie zum einen die Antikörperbildung und zum anderen die Aktivität der Fresszellen stärkt.

Vorbeugend kann eine Brennnesselkur auch bei Hufrehe und Arthrose eingesetzt werden. Durch ihren hohen Eiweißgehalt ist die Brennnessel auch eine gute Unterstützung des Muskel- und Bindegewebes und für den Hormonhaushalt. Vorsicht ist allerdings bei Pferden geboten, die schon einmal eine Hufrehe hatten, gerade haben oder viel zu dick sind, da sie auch viele Kohlenhydrate enthält.

Zudem sind viele Gerbstoffe enthalten, die sich vor allem positiv auf den Magen-Darm Trakt auswirken. Die enthaltenen Gerbstoffe wirken entzündungshemmend und haben die Eigenschaft sich mit Eiweiß zu verbinden, wodurch sie eine zusammenziehende (adstringierende) Wirkung im Darm haben. Für Pferde mit einer Kotwasser- oder Durchfallproblematik kann die Brennnessel gut eingesetzt werden.

Wirkungen und Indikatoren zusammengefasst:

Durchfall und Kotwasser

 Stimulierung der Verdauungsdrüsen

ndikatoren

Wirkungen

Durchspülungstherapie, bei bakteriellen und entzündlichen Erkrankungen der ableitenden Harnwege

 

harntreibend

Arthritis

erhöht Harnsäureausscheidung

Arthrosen

Hufrehe

gegen Blutanstauung, meist als Folge

von Entzündungsreizen

Mauke

entzündungshemmend

Hauterkrankungen

Stoffwechsel anregend

Sommerekzem, auch als Prophylaxe, einige Monate vor Saison mit der Fütterung

reinigend, ausleitend

Allergien

schmerzlindernd

Hufrollenentzündung

antirheumatisch

Haarausfall

zusammenziehend (adstringierend)

Blutarmut

 hoher Eisengehalt

Stoffwechselstörungen

 reinigend, ausleitend

Mineralstoffmangel

 hoher Gehalt an Mineralstoffen u. Elektrolyten

Durchfall und Kotwasser

 Stimulierung der Verdauungsdrüsen