Mädesüßkraut / Spierkraut

Beschreibung

 

Wissenschaftlicher Name: Herba Spiraeae concis, Filipendula ulmaria

Inhaltsstoffe: Ätherische Öle (Salicylaldehyd), Flavonoide, Phenylglykoside, Gerbstoffe, Kieselsäure

Hergestellt aus der frischen, gereinigten und schonend getrockneten Ware.

Darreichungsform:geschnitten

 

Kräuter / Anwendungsgebiet: Bewegungsapparat, Stoffwechsel

Fütterungshinweis

 

Großpferde (600 kg LG) 20 g - 30 g / Tag. Ponys und Kleinpferde entsprechend anpassen.

Hinweis: Bitte beachten Sie die Anti-Doping- und Medikamentenkontroll-Regeln

 

Mädesüß für Pferde


Das Kraut einfach ins Futter geben.
Verabreichung als Tee geht auch, ist aber nicht notwendig, macht aber schön warm.
Unterstützung bei Erkältungen (Pferd im Winter dann eindecken).

Ein Versuch ist es wert, Mädesüß nicht nur bei Erkältungen oder Schmerzen zu verabreichen, sondern aufgrund seiner milden Wirkung bei Magen-Darm-Problemen auch bei Magenbeschwerden, Blähungen, Kotwasser und ähnlichen Geschichten zu geben.
Vermag natürlich bei starken Beschwerden nicht die „Spezialisten“ wie zum Beispiel Gastroguard zu ersetzen, aber bei kleineren Unpässlichkeiten sicher gut zur Unterstützung geeignet.

Vorsichtig bei Pferden, die zu Verstopfung / Obstipation neigen „Stopparsch“ 😉 😀  .

Salicylsäure wird bei Pferden innerhalb einer Stunde im Organismus abgebaut, deswegen macht Mädesüß keinen Sinn bei Gelenkproblemen, ist jedoch bei leichtem Fieber, leichten Schmerzen und zur Blutreinigung zu empfehlen.
Gut in Kombination mit Weidenrinde (Mischung 1:1), welche auch Salizylsäure enthält, aber im Körper langsamer abgebaut wird.

Wahrscheinlich hat es jeder schon einmal gesehen oder seinen betörenden Duft nach Honig, Mandeln und Vanille gerochen oder hat sie sogar auf seiner Koppel stehen:
das echte Mädesüß (Filipendula ulmaria, früher Spiraea ulmaria), das bis zu 2 Meter hoch werden kann, ist eine wunderschöne Pflanze,  aus der Familie der Rosengewächse (Rosaceae), die überall in Europa heimisch ist.

Man findet die Pflanze auf fruchtbaren und feuchten Wiesen, an Gräben und Bachufern und in Erlen-Eschenwäldern.

Inhaltsstoffe

Bereits die Kelten sollen Mädesüß (Filipendula ulmaria) als Heilpflanze geschätzt haben

Mädesüß enthält unter anderem ätherisches Öl (mit etwa 75 Prozent Salicylaldehyd), Phenylglykoside (Glykoside des Salicylaldehyds und des Salicylsäuremethylesther), Benzylalkohol, bis zu fünf Prozent Flavonoide sowie etwa 20 Prozent Gerbstoffe und Zitronensäure, außerdem ein schwach giftiges Glykosid, das bei hoher Dosierung Kopfschmerzen auslösen kann.

Die schmerzstillenden, antientzündlichen und antirheumatischen Eigenschaften der Droge beruhen auf der Wirkung der Salizylsäure.
Salicylsäure hemmt im im Körper die Entstehung des Prostaglandins, dass als Schmerzbotenstoff das Schmerzempfinden verstärkt.
Deren Wirksamkeit wird durch die Gerbstoffe und Flavonoide unterstützt.
Der enthaltende Gerbstoff Ellagitannin sorgt zum Beispiel dafür, dass Schleimhäute geschützt werden. Zudem wirkt er antioxidativ.

Was wenig bekannt ist ist, daß Aspirin dem Mädesüß seinen Namen zu verdanken hat:
bevor der Wirkstoff des Aspirins Acetylsalizylsäure synthetisch hergestellt werden konnte, wurde sein pflanzlicher Vorläufer Salicylaldehyd aus den Blüten des Mädesüß gewonnen.
Früher wurde das Mädesüß botanisch den Spiersträuchern (Spiraea) zugeordnet = 
A wie Acetyl und spirin aus Spiraeasäure gibt Aspirin.

Heilwirkung

Die Inhaltsstoffe des Mädesüß, wobei die Blüten den höchsten Wirkstoffanteil haben, wirken:

  • entzündungshemmend
  • schmerzlindernd
  • adstringierend, also die (Schleim-) Häute zusammenziehend
  • schweißtreibend
  • leicht antimikrobiell
  • antioxidativ (Abfangen freier Radikale, also zellschädigender Verbindungen)
  • antirheumatisch

Verwendung

Schulmedizinisch anerkannt ist die Verwendung von Mädesüß-Blüten und -Kraut zur begleitenden Behandlung von Erkältungskrankheiten.

 

Erfahrungsmedizin

Bei leichten Gliederschmerzen, Rheuma oder Arthritis zur Schmerz- und Entzündungshemmung.

Als harntreibendes Mittel fördert Mädesüß die Durchspülung von Blase und Nieren.
Als begleitende Behandlung bei Blasen- und Nierenleiden in Kombination mit seinen schmerz-, entzündungshemmenden und antimikrobiellen Eigenschaften zu empfehlen.

Mädesüß ist ein mildes Mittel gegen Magen-Darm-Beschwerden wie Übersäuerung, Sodbrennen, Völlegefühl, Blähungen oder Durchfall.

In Russland und anderen Ländern verwendet man die Heilpflanze auch äußerlich für Verletzungen, da lokal schmerzstillend.
Auf offenen Wunden, wohl eher nicht zu empfehlen, aber für Prellungen könnte ich mir einen Umschlag aus zerstampftem Mädesüß gut vorstellen.

Kann ich mir auch gut bei Pferden eventuell in Kombination mit Weidenblättern – und / oder -Rinde vorstellen zum Beispiel bei leichten Prellungen oder angeschwollenen Sehnen oder Gelenken vorstellen.

Nebenwirkungen

Wie bei allen Medikamenten: eine dauerhafte Anwendung nur in Absprache mit Arzt, Tierarzt oder Heilpraktiker.
Sofern keine Überempfindlichkeit gegen Salizylsäure besteht, ist Mädesüß bei Einhaltung der empfohlenen Dosis aber gut verträglich.

Als Nebenwirkungen der Salizylsäure können bei Überdosierung und dauerhafter Gabe jedoch unter anderem auftreten:
allergische Reaktionen, Blutungsneigung, Bronchokonstriktionen (Asthma bronchiale), Magenschleimhautschädigung mit Blutungen, in Einzelfällen Leberschädigung.
Auch Harnsäureretention (Harnsäure verbleibt im Körper), Hyperurikämie (Erhöhung des Harnsäure­spiegels im Blut) und Nierenschädigungen wurden beobachtet.

Die Dosis macht das Gift!